ALPAKAS UND LAMAS HALTEN

Haltung & Pflege

Was Alpakas für ein artgerechtes Leben wirklich brauchen.

Platz, Stall und Weide

Sowohl Alpakas als auch Lamas benötigen ganzjährig Zugang zu einer trockenen, wettergeschützten Unterstellmöglichkeit sowie ausreichend Weidefläche. Als Faustregel gelten für Alpakas mindestens 2.000 m² für die ersten drei bis vier Tiere — Lamas sind deutlich größer und schwerer und benötigen mit 3.000 bis 5.000 m² spürbar mehr Platz.

Ein stabiler Zaun ist bei beiden Tierarten wichtig — weniger um sie am Ausbrechen zu hindern, sondern um Raubtiere fernzuhalten. Er sollte mindestens 1,30 bis 1,50 m hoch sein und am Boden dicht abschließen. In Gegenden mit Wolfsvorkommen empfiehlt sich zusätzlich ein nachts verschließbarer Stall, dessen Belüftung dennoch zugluftfrei bleibt.

Alpaka- und Lama-Weide mit Zaun, Unterstand und Heuraufe an einem sonnigen Tag
RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Wie viel Platz ist vorgeschrieben?

Eine gesetzliche Regelung speziell für Alpakas oder Lamas gibt es in Deutschland nicht — zwei Maßstäbe sind trotzdem entscheidend.

Gesetzliches Minimum

Nach dem „Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren" (BMEL) gilt für Alpakas und Lamas gleichermaßen: mindestens 1.000 m² Weide für die ersten beiden Tiere, plus 100 m² je weiterem Tier, sowie etwa 2 m² Stallfläche pro Tier bei mindestens 2 m Deckenhöhe. Rechtlich nicht bindend, aber für Veterinärämter und Gerichte die maßgebliche Richtschnur.

Verbandsempfehlung

Züchterverbände wie der AZVD weisen darauf hin, dass die gesetzlichen Mindestwerte für eine ganzjährige Selbstversorgung von der Weide nicht ausreichen. Empfohlen werden eher 600–800 m² Weide pro Alpaka bzw. 1.000–1.400 m² pro Lama sowie rund 4 m² Stallfläche pro Alpaka (entsprechend mehr pro Lama) bei mindestens 2,5 m Deckenhöhe.

Rechtlich verbindlich ist nur der allgemeine Grundsatz aus § 2 Tierschutzgesetz: Tiere sind ihrer Art entsprechend angemessen zu ernähren, zu pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen. Werden Alpakas im Rahmen eines landwirtschaftlichen Betriebs gehalten, zählen sie nach dem Bewertungsgesetz wie Ziegen (0,08 Großvieheinheiten je Tier, ca. 12 Alpakas pro Hektar). Da beide Arten reine Herdentiere sind, dürfen sie nie einzeln gehalten werden.

STALL & ZAUN

Anforderungen im Überblick

Infografik zu Stall- und Zaunanforderungen für Alpakas und Lamas: mindestens 2 m² Stallfläche pro Tier, 2 m Deckenhöhe, Zaunhöhe 1,30 bis 1,50 m, unten dicht abschließend

Stall- und Zaunanforderungen auf einen Blick.

Infografik zum Weideflächenbedarf im Vergleich: Alpaka mindestens 2.000 m² für 3 bis 4 Tiere, Lama 3.000 bis 5.000 m² für 3 bis 4 Tiere

Weideflächenbedarf im Vergleich: Alpaka und Lama.

Checkliste für die Einhaltung der Anforderungen

Zum Abhaken beim Einrichten oder Überprüfen von Weide, Stall und Zaun — Ihre Auswahl wird automatisch in diesem Browser gespeichert.

  • Weidefläche Alpaka: mindestens 2.000 m² für die ersten drei bis vier Tiere, empfohlen eher 600–800 m² pro Tier.
  • Weidefläche Lama: 3.000–5.000 m² für drei bis vier Tiere, empfohlen eher 1.000–1.400 m² pro Tier.
  • Ganzjähriger Zugang zu einer trockenen, wettergeschützten Unterstellmöglichkeit ist sichergestellt.
  • Stallfläche: gesetzliches Minimum ca. 2 m² pro Tier bei mind. 2 m Deckenhöhe; empfohlen eher 4 m² pro Alpaka und entsprechend mehr pro Lama bei mind. 2,5 m Deckenhöhe.
  • Zaun ist mindestens 1,30–1,50 m hoch und schließt am Boden dicht ab, damit nichts hindurchschlüpfen kann.
  • Bei Elektrozäunen: Litzen engmaschig angeordnet und durchgehender Stromfluss geprüft.
  • Bei Förster oder Jäger erkundigt, welche Raubtiere in der Region vorkommen; in gefährdeten Gegenden nachts verschließbaren Stall vorgesehen.
  • Regelmäßiger Weidegang ist sichergestellt — keine reine Stallhaltung.
  • Es werden mindestens zwei, besser drei oder mehr Tiere gehalten (keine Einzelhaltung).
  • Bei gemischter Alpaka-Lama-Haltung: Tiere sind gut sozialisiert und verstehen sich in der gemeinsamen Herde.
  • Bei landwirtschaftlichem Betrieb: Großvieheinheiten-Einstufung (insbesondere für Lamas) mit Finanzamt oder Landwirtschaftskammer geklärt.
0 von 11 Punkten abgehakt
Formular: Checkliste für die Einhaltung der Anforderungen PDF herunterladen — mit ausführlicher Beschreibung, Prüf-Checkliste & eigenen Notizen
GEMISCHTE HALTUNG

Alpakas und Lamas gemeinsam halten

Gut sozialisierte Tiere vertragen sich in aller Regel — einige Besonderheiten sollten Sie trotzdem kennen.

Größenunterschied beim Fressen

Ausgewachsene Lamas bringen etwa das doppelte Körpergewicht eines Alpakas auf die Waage und setzen sich an Futterstellen häufig durch. Mehrere, ausreichend lange Fressplätze statt einer zentralen Raufe sorgen dafür, dass auch die kleineren Alpakas stressfrei fressen können.

Kreuzung & Huarizo

Alpaka und Lama sind untereinander fruchtbar — es entsteht ein sogenannter Huarizo. Eine gezielte Kreuzung ist unter Züchtern unüblich, da die Nachkommen keinem Zuchtstandard entsprechen. Wer keine Nachzucht plant, sollte auf gleichgeschlechtliche Gruppen setzen oder nicht zur Zucht vorgesehene Hengste kastrieren lassen.

Kastration

Nicht zur Zucht eingesetzte Hengste sollten kastriert werden — bei Alpakas frühestens mit etwa 18, bei Lamas mit etwa 24 Monaten, jeweils nach ausreichendem Knochenwachstum. Das senkt Aggressivität und Aufreitverhalten deutlich, beseitigt bereits erlerntes Verhalten aber nicht immer vollständig.

Neue Tiere integrieren

Vor der Zusammenführung steht eine tierärztliche Kontrolle inklusive Endoparasiten-Untersuchung an. Am stressärmsten gelingt die Integration schrittweise: zunächst mit Sichtkontakt über einen Zaun, erst danach gemeinsam auf ausreichend großer Fläche zum Ausweichen.

Platzrechner

Wie viel Weide- und Stallfläche brauchen Ihre Tiere? Auf Grundlage des BMEL-Gutachtens und der Verbandsempfehlungen.

Ihr Ergebnis

Gesetzliche Mindestorientierung (BMEL-Gutachten, nach Gesamtzahl der Tiere)
Weidefläche
Stallfläche
Verbandsempfehlung (ganzjährig, artgerecht)
Weidefläche
Stallfläche

Unverbindliche Orientierungswerte nach dem „Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren" (BMEL) sowie Verbandsempfehlungen (u. a. AZVD). Lamas sind deutlich größer und schwerer als Alpakas und benötigen daher pro Tier mehr Weide- und Stallfläche — die gesetzliche Mindestorientierung unterscheidet allerdings nicht zwischen beiden Arten, sondern richtet sich nach der Gesamtzahl der Tiere. Bei gemischten Beständen wird die Empfehlung für Alpakas und Lamas jeweils anteilig addiert. Ersetzt keine individuelle fachliche Beratung vor Ort.

Schematische Darstellung
Weidefläche
Möglicher Stall
Zaunlänge (Umfang Weide)
Holzpfähle (ca. 3 m Abstand)

Schematische Beispielzeichnung auf Basis des gesetzlichen Mindestmaßes (Weide) und der Verbandsempfehlung (Stall) bei einem angenommenen Seitenverhältnis — keine exakte Bauplanung, sondern eine optische Orientierung. Form und Lage der tatsächlichen Fläche können stark abweichen. Zaunlänge und Pfostenzahl sind grobe Richtwerte für den Umfang der berechneten Weidefläche bei üblichem Pfostenabstand.

Alpakas beim Fressen von Weidegras und Heu neben Wassertrog und Mineralfutterschale auf einer grünen Weide

Ernährung

Die Hauptnahrung besteht aus Gras und Heu. Ergänzend kann Mineralfutter nötig sein, da Andenböden anders zusammengesetzt sind als europäisches Weideland. Frisches Wasser muss stets verfügbar sein.

Wichtig: Alpakas neigen bei falscher Fütterung schnell zu Übergewicht — zuckerreiches oder zu energiereiches Futter sollte vermieden werden.

FÜTTERUNG IM DETAIL

Was Alpakas und Lamas fressen dürfen — und was nicht

Beide Arten stammen aus den kargen Höhenlagen der Anden und sind auf faserreiches, zuckerarmes Futter ausgelegt — ihr Verdauungssystem reagiert entsprechend empfindlich auf alles andere. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was auf den Speiseplan gehört und wovon Sie unbedingt die Finger lassen sollten.

Erlaubtes Futter

Heu & frisches Weidegras

Die Grundlage der Ernährung, ganzjährig verfügbar — auch im Sommer zusätzlich zur Weide. Liefert die Rohfaser, die der Dreikammermagen für eine gesunde Verdauung braucht.

Frisches Wasser

Muss jederzeit sauber und ausreichend verfügbar sein — bei Hitze, Laktation oder überwiegender Trockenfütterung entsprechend mehr.

Spezielles Mineralfutter

Für Neuweltkameliden entwickelt — gleicht aus, dass europäische Weideböden anders zusammengesetzt sind als die kargen Andenböden.

Salzleckstein

Sollte den Tieren frei zugänglich zur Verfügung stehen und deckt den natürlichen Salzbedarf.

Kraftfutter — nur bei Bedarf

In kleinen, kontrollierten Mengen für tragende oder säugende Stuten, Jungtiere oder untergewichtige Tiere — keine Dauerfütterung für gesunde, ausgewachsene Tiere.

Astwerk & Blätter in Maßen

Haselnuss-, Weiden- oder Himbeerblätter werden gern als seltene, natürliche Abwechslung angenommen — kein Ersatz für Heu und Weide.

Obst und Gemüse — besser gar nicht: Alpakas und Lamas sind von Natur aus schlecht darauf eingerichtet, Zucker (auch Fruchtzucker) zu verstoffwechseln. Schon kleine Mengen Karotte oder Apfel können zu Übersäuerung, Fehlgärungen und Koliken führen. Manche erfahrenen Halter machen für ein winziges Stück gelegentlich eine Ausnahme — grundsätzlich gilt aber: lieber ganz darauf verzichten, und wenn überhaupt, nur durch den Halter selbst und nie durch Besucher.

Was sie nicht fressen dürfen

Vergiftungen entstehen meist im Frühjahr, wenn frisches Grün lockt und die natürliche Vorsicht überwiegt, oder im Heu, wo getrocknete Giftpflanzen kaum noch zu erkennen sind — manche Gifte bleiben beim Trocknen sogar vollständig erhalten. Auch der lange Hals ist ein Risiko: Alpakas und Lamas erreichen über den Zaun hinaus oft mehr, als Halter denken.

Kritisch wird es vor allem in drei Situationen: Nach der langen Stallzeit im Winter überwiegt im Frühjahr häufig der Heißhunger auf alles Grüne — dann werden auch Pflanzen probiert, die sonst instinktiv gemieden würden. Auch Futterknappheit spielt eine Rolle: Auf überweideten oder zu kleinen Koppeln bleibt den Tieren mitunter keine andere Wahl, als ungewohnte oder bitter schmeckende Pflanzen zu fressen, denen sie bei ausreichendem Angebot aus dem Weg gehen würden. Und im Heu verlieren getrocknete Giftpflanzen genau den bitteren Geschmack und die erkennbare Form, die sie auf der Weide noch verraten — die Toxine selbst bleiben davon meist unberührt.

Eine häufige, aber leicht vermeidbare Gefahrenquelle ist zudem Garten- und Heckenschnitt aus der Nachbarschaft: Rhododendron, Eibe, Kirschlorbeer oder Thuja landen so oft ungewollt in Zaunnähe. Ein kurzes, freundliches Gespräch mit Nachbarn über die Gefahr solcher Schnittabfälle verhindert die meisten dieser Fälle bereits im Vorfeld.

Zu jeder Pflanze

Was der Score bedeutet

Jede Karte zeigt zwei Werte auf einer Skala von 1 (gering) bis 5 (lebensgefährlich) — die gefüllten Balken zeigen den Schweregrad auf einen Blick.

1 · gering 5 · lebensgefährlich
Tier Gefahr für Alpakas und Lamas — von leichten Verdauungsbeschwerden (1) bis akut lebensbedrohlich ohne Gegenmittel (5).
Mensch Gefahr bei Kontakt oder Verzehr für Menschen — relevant etwa für Kinder auf dem Hof oder Weidebesucher, die Pflanzen berühren.

Die Einstufung dient der Orientierung und ersetzt keine fachkundige Beurteilung vor Ort.

Eibe

Enthält das Alkaloid Taxin. Schon wenige Gramm Nadeln können ein Tier innerhalb von Minuten töten — ein Gegenmittel gibt es nicht. Gilt als gefährlichste Pflanze für Weidetiere überhaupt.

Botanische Illustration der Eibe (Taxus baccata) mit beschrifteten Details zu Wuchsform, Nadeln, Zweig, Rinde sowie rotem Arillus mit Samen im Querschnitt
Tier 5/5
Mensch 5/5

Herbstzeitlose

Enthält Colchicin, eines der stärksten Pflanzengifte überhaupt — ohne Gegenmittel. Auch getrocknet im Heu bleibt das Gift vollständig erhalten; Symptome zeigen sich oft erst 6 bis 48 Stunden später.

Botanische Illustration der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) mit beschrifteten Details zu Blüte, Perigon, Perigonröhre, Knolle, Wurzeln und den erst im Frühjahr erscheinenden Blättern
Tier 5/5
Mensch 5/5

Jakobskreuzkraut

Die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide verursachen chronische, irreversible Leberschäden. Frisch wird die Pflanze meist gemieden, im Heu aber nicht mehr erkannt.

Botanische Illustration des Jakobskreuzkrauts (Jacobaea vulgaris) mit beschrifteten Details zu Blatt, Stängel, Blüte mit Strahlen- und Scheibenblüten sowie dem doldenartigen Blütenstand
Tier 4/5
Mensch 3/5

Eisenhut

Gilt als die giftigste heimische Pflanze Europas. Kommt vor allem in naturnahen Gärten und an Gewässerrändern vor.

Botanische Illustration des Eisenhuts (Aconitum napellus) mit beschrifteten Details zu racemösem Blütenstand, helmförmiger Blüte mit Kelch- und Kronblättern, Stängel sowie tief gelapptem, handförmigem Blatt
Tier 5/5
Mensch 5/5

Rhododendron & Azaleen

Enthalten Grayanotoxine, die Herz, Kreislauf und Nervensystem angreifen. Häufigste Quelle: Heckenschnitt aus Nachbargärten, der über den Zaun gerät.

Botanischer Vergleich von Rhododendron und Azalee mit beschrifteten Details zu Strauchform, Blüte, Krone, Staubblättern, Griffel und Blattquerschnitt
Tier 4/5
Mensch 3/5

Hahnenfuß

Enthält Protoanemonin, das Schleimhäute reizt und Magen-Darm-Beschwerden auslöst. Weniger akut giftig als Eibe oder Herbstzeitlose; baut sich beim Trocknen im Heu ab.

Botanische Illustration des Hahnenfußes (Ranunculus) mit beschrifteten Details zu Blütenstand, Blüte mit Kronblättern, Staubblättern und Fruchtknoten, Stängel sowie stark gelapptem Blatt
Tier 2/5
Mensch 2/5

Goldregen

Alle Pflanzenteile sind stark giftig, besonders die Samen. Eine sehr verbreitete Ziergehölz-Pflanze in Gärten.

Botanische Illustration des Goldregens (Laburnum anagyroides) mit beschrifteten Details zu Gesamthabitus, hängenden Blütentrauben, Blüte mit Fahne, Flügel und Schiffchen sowie dreiteiligem Blatt
Tier 4/5
Mensch 4/5

Oleander

Stark giftig und wirkt vor allem auf das Herz. Als Kübelpflanze auf Terrassen weit verbreitet.

Botanische Illustration des Oleanders (Nerium oleander) mit beschrifteten Details zu Strauchform, quirlig angeordneten Blättern, Zweig und Blüte
Tier 5/5
Mensch 4/5

Kirschlorbeer

Stark giftig, enthält blausäureabspaltende Glykoside. Einer der häufigsten Heckensträucher in deutschen Gärten.

Botanische Illustration des Kirschlorbeers (Prunus laurocerasus) mit beschrifteten Details zu Strauchform, großem glänzendem Blatt, Zweig und weißem Blütenstand
Tier 4/5
Mensch 3/5

Thuja, Lebensbaum & Sadebaum

Beliebte Heckenpflanzen, die aber stark giftig für Weidetiere sind — Schnittgut sollte niemals in Reichweite gelangen.

Botanischer Vergleich von Thuja/Lebensbaum (Thuja occidentalis) mit kegelförmiger Wuchsform, Schuppenblättern und Zapfen sowie Sadebaum (Juniperus sabina) mit ausbreitender Wuchsform
Tier 4/5
Mensch 3/5

Pfaffenhütchen

Alle Pflanzenteile, besonders die Samenkapseln, sind stark giftig.

Botanische Illustration des Pfaffenhütchens (Euonymus europaeus) mit beschrifteten Details zu Blatt, Zweig, vierlappiger Fruchtkapsel und Samen mit orangefarbenem Arillus
Tier 3/5
Mensch 3/5

Adlerfarn

Bei dauerhafter Aufnahme schädigend für Blut und Nervensystem. Wächst häufig an Waldrändern angrenzender Weideflächen.

Botanische Illustration des Adlerfarns (Pteridium aquilinum) mit beschrifteten Details zu Wedel, Fieder, Sporenbehälter und kriechendem Rhizom
Tier 3/5
Mensch 2/5

Robinie & Faulbaum

Rinde, Blätter und Samen dieser verbreiteten Bäume und Sträucher sind giftig für Weidetiere.

Botanischer Vergleich von Robinie (Robinia pseudoacacia) mit gefiedertem Blatt, weißer Blüte und Hülsenfrucht sowie Faulbaum (Frangula alnus) mit Blatt und Fruchtstand
Tier 3/5
Mensch 2/5

Nachtschatten & Schierling

Bittersüßer Nachtschatten und Schierlingsarten zählen zu den bekannten Giftpflanzen an Weiderändern und Gräben.

Botanischer Vergleich von Nachtschatten (Solanum) mit Blatt, Blüte und Beerenfrucht sowie Schierling (Conium maculatum) mit doldigem Blütenstand, gefiedertem Blatt und purpurrot geflecktem, hohlem Stängel
Tier 4/5
Mensch 4/5

Stechapfel, Engelstrompete & Weißer Germer

Zählen zu den giftigsten Pflanzen überhaupt und kommen sowohl als Zimmer- wie auch als Gartenpflanze vor.

Botanischer Vergleich von Stechapfel (Datura stramonium), Engelstrompete (Brugmansia) und Weißem Germer (Veratrum album) mit beschrifteten Details zu Blüte und Blatt
Tier 5/5
Mensch 5/5

Eicheln & Eichenblätter

In größeren Mengen problematisch — die enthaltenen Tannine schädigen Niere und Magen-Darm-Trakt. Junge Tiere reagieren empfindlicher.

Botanische Illustration von Eichenblatt, Zweig und Eicheln mit Fruchtbecher (Cupula)
Tier 2/5
Mensch 1/5

Brot & Küchenabfälle

Nicht Teil des natürlichen Speiseplans und können Koliken sowie Fehlgärungen im empfindlichen Verdauungstrakt auslösen.

Infografik: Brot und Küchenabfälle sind ungeeignetes Futter für Alpakas und Lamas und führen leicht zu Übergewicht, Blähungen und anderen Gesundheitsproblemen — Heu entspricht dagegen dem natürlichen Fressverhalten

Frischer Rasenschnitt

Beginnt schnell zu gären und kann zu Blähungen und Koliken führen — niemals über den Zaun werfen.

Infografik: Frischer Rasenschnitt kann sich schnell erhitzen und gären, besonders bei Wärme und Feuchtigkeit, und sollte nur in kleinen Mengen oder besser als Heu verfüttert werden

Garten- & Heckenschnitt unbekannter Herkunft

Die häufigste vermeidbare Vergiftungsursache. Nachbarn sollten aktiv darüber informiert werden, keinen Grünschnitt über den Zaun zu entsorgen.

Infografik: Garten- und Heckenschnitt unbekannter Herkunft ist ungeeignetes Futter, da er giftige Pflanzen, behandelte Hölzer oder Pflanzenschutzmittelrückstände enthalten kann

Giftpflanzen als Ratgeber

Alle 16 Giftpflanzen und weitere Fütterungsrisiken ausführlich erklärt — mit Bild, Steckbrief, Fließtext und Score-Einstufung. 21 Seiten zum Ausdrucken.

Giftpflanzen-Ratgeber PDF herunterladen

Diese Liste ist nicht vollständig — regionale Bestände unterscheiden sich, und eine fachkundige Begehung der eigenen Weide ersetzt keine Liste. Bei jedem Verdacht auf eine Vergiftung (vermehrtes Speicheln, plötzliche Apathie, Koliksymptome, Durchfall, Zittern, Atemnot) sofort den Tierarzt rufen und nach Möglichkeit eine Probe der Pflanze sicherstellen. Quellen: ALPAKA.PRO — Giftpflanzen für Alpakas (mit Verweis auf Merck Veterinary Manual und Rocky Mountain Llama & Alpaca Association); Botanikus.de — Giftpflanzen für Neuweltkameliden.

IM ERNSTFALL

Verdacht auf Vergiftung? Das zählt jetzt

Vergiftungssymptome unterscheiden sich je nach Pflanze stark, aber einige Anzeichen sollten immer sofort aufhorchen lassen. Im Ernstfall zählt vor allem eines: Geschwindigkeit — für viele Giftpflanzen gibt es kein Gegenmittel, sodass der Tierarzt oft nur noch symptomatisch behandeln kann.

Warnzeichen erkennen

Vermehrtes Speicheln & Maulschlagen

Der Körper versucht, eine reizende oder bitter schmeckende Substanz wieder loszuwerden — ein häufig sehr früh sichtbares Zeichen.

Infografik: Vermehrtes Speicheln und Maulschlagen als frühes Warnzeichen nach möglicher Pflanzenvergiftung bei Alpakas und Lamas

Plötzliche Apathie oder Fressunlust

Oft das früheste Warnzeichen überhaupt: Alpakas und Lamas sind sehr stoisch und zeigen Unwohlsein meist erst, wenn es ihnen schon deutlich schlechter geht.

Infografik: Plötzliche Apathie oder Fressunlust als frühes Warnzeichen nach möglicher Pflanzenvergiftung bei Alpakas und Lamas

Koliksymptome

Wiederholtes Hinlegen, Aufstehen und Strecken zeigt Schmerzen im Verdauungstrakt an — viele Giftstoffe reizen die Magenschleimhaut oder stören die Darmbewegung.

Infografik: Koliksymptome — wiederholtes Hinlegen, Aufstehen und Strecken als Anzeichen für Schmerzen im Verdauungstrakt bei Alpakas und Lamas

Durchfall, besonders wenn er blutig ist

Blutbeimengungen deuten auf eine Schädigung der Darmschleimhaut hin und gelten als besonders ernstes Warnsignal.

Infografik: Durchfall, besonders wenn er blutig ist, als besonders ernstes Warnsignal bei Alpakas und Lamas

Zittern, Krämpfe oder schwankender Gang

Ein Hinweis darauf, dass ein Nerven- oder Muskelgift wie ein Alkaloid bereits das zentrale Nervensystem beeinträchtigt.

Infografik: Zittern, Krämpfe oder schwankender Gang als Hinweis auf ein Nerven- oder Muskelgift bei Alpakas und Lamas

Atemnot oder stark erhöhte Herzfrequenz

Viele der gefährlichsten Giftpflanzen wie Eibe oder Oleander wirken direkt auf das Herz — hier zählt buchstäblich jede Minute.

Infografik: Atemnot oder stark erhöhte Herzfrequenz als Anzeichen einer Vergiftung durch Giftpflanzen bei Alpakas und Lamas

Plötzlicher Tod, ganz ohne Vorwarnung

Bei sehr schnell wirkenden Giften, allen voran der Eibe, kann der Tod innerhalb weniger Minuten eintreten — noch bevor überhaupt Symptome sichtbar werden. Vorbeugung ist hier die einzig wirksame Maßnahme.

Notfallratgeber „Verdacht auf Vergiftung"

Der vollständige Leitfaden: Warnzeichen und Sofortmaßnahmen im Detail, Erste-Hilfe-Set, Vorbeugung sowie eine Dokumentationsvorlage für den Ernstfall.

Notfallratgeber Vergiftung PDF herunterladen

Sofortmaßnahmen — Schritt für Schritt

1

Ruhe bewahren & Tierarzt anrufen

Rufen Sie sofort den Tierarzt oder tierärztlichen Notdienst an — auch wenn die Symptome noch mild wirken. Schildern Sie Symptome, vermutete Pflanze und Zeitpunkt so genau wie möglich.

Infografik: Ruhe bewahren und sofort den Tierarzt oder tierärztlichen Notdienst anrufen, Standort und Symptome genau schildern
2

Tier isolieren

Bringen Sie das betroffene Tier aufgehaltert an einen ruhigen Ort. Andere Tiere sofort von der möglichen Giftquelle fernhalten, damit nicht mehrere Tiere betroffen sind.

Infografik: Betroffenes Tier isolieren, an einen ruhigen Ort bringen und andere Tiere von der Giftquelle fernhalten
3

Beweise sichern

Fotografieren Sie die vermutete Pflanze oder sichern Sie eine Probe, auch aus dem Heu. Das erleichtert dem Tierarzt die Diagnose erheblich und spart wertvolle Zeit.

Infografik: Verdächtige Pflanze fotografieren und eine Probe sichern, auch aus dem Heu, mit Fundort, Datum und Uhrzeit kennzeichnen
4

Kein Erbrechen auslösen

Alpakas und Lamas können anders als viele Tiere gar nicht erbrechen — jeder Versuch schadet nur. Auch keine Hausmittel ohne tierärztliche Rücksprache verabreichen.

Infografik: Alpakas und Lamas können nicht erbrechen — kein Erbrechen auslösen und keine Hausmittel ohne tierärztliche Rücksprache
5

Alles dokumentieren

Notieren Sie Zeitpunkt, vermutete Menge, Pflanze und den Verlauf der Symptome — diese Angaben sind für den Tierarzt oft entscheidend für die richtige Behandlung.

Infografik: Alles dokumentieren — Zeitpunkt, vermutete Menge, Pflanze und Verlauf der Symptome notieren

Diese Hinweise dienen der ersten Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Versorgung — rufen Sie im Zweifel immer den Tierarzt oder tierärztlichen Notdienst an.

Tagesbedarf für ein ausgewachsenes Alpaka

Richtwerte für ein gesundes Tier von ca. 65 kg Körpergewicht (Ø 60–80 kg) — individuelle Anpassung je nach Gewicht, Aktivität und Gesundheitszustand nötig.

Infografik zum Tagesbedarf eines ausgewachsenen Alpakas von ca. 65 kg: 2,5–3,5 kg Heu und Weidegras, mindestens 4–6 Liter Wasser, 20–75 g Mineralfutter, 150–260 g Kraftfutter nur bei Bedarf, mindestens 30 % Rohfaseranteil im Heu
Heu & Weidegras
2,5–3,5 kg

Ca. 5 % des Körpergewichts; ganzjährig die Grundlage der Fütterung, auch im Sommer zufüttern.

Wasser
mind. 4–6 l

Mehr bei Hitze, Laktation oder überwiegender Trockenfütterung; stets frisch verfügbar.

Mineralfutter
ca. 20–75 g

Spezielles Alpaka-Mineralfutter, ganzjährig; Richtwert ca. 1 g/kg Körpergewicht.

Salzleckstein
nach Bedarf

Ständig frei zugänglich anbieten.

Kraftfutter
ca. 150–260 g

Nur bei Bedarf — etwa für tragende/säugende Stuten, Jungtiere oder untergewichtige Tiere.

Rohfaseranteil im Heu
mind. 30 %

Wichtig für eine gesunde Verdauung im Dreikammermagen (siehe „Biologie & Anatomie").

Tagesbedarf für ein ausgewachsenes Lama

Richtwerte für ein gesundes Tier von ca. 130 kg Körpergewicht (Ø 120–180 kg, also rund doppelt so schwer wie ein Alpaka) — individuelle Anpassung je nach Gewicht, Aktivität und Gesundheitszustand nötig.

Infografik zum Tagesbedarf eines ausgewachsenen Lamas von ca. 130 kg: 5–7 kg Heu und Weidegras, mindestens 6–10 Liter Wasser, 40–150 g Mineralfutter, 300–520 g Kraftfutter nur bei Bedarf, mindestens 30 % Rohfaseranteil im Heu
Heu & Weidegras
5–7 kg

Ca. 5 % des Körpergewichts; ganzjährig die Grundlage der Fütterung, auch im Sommer zufüttern.

Wasser
mind. 6–10 l

Mehr bei Hitze, Laktation oder überwiegender Trockenfütterung; stets frisch verfügbar.

Mineralfutter
ca. 40–150 g

Spezielles Neuweltkameliden-Mineralfutter, ganzjährig; Richtwert ca. 1 g/kg Körpergewicht.

Salzleckstein
nach Bedarf

Ständig frei zugänglich anbieten.

Kraftfutter
ca. 300–520 g

Nur bei Bedarf — etwa für tragende/säugende Stuten, Jungtiere oder untergewichtige Tiere.

Rohfaseranteil im Heu
mind. 30 %

Wichtig für eine gesunde Verdauung im Dreikammermagen (siehe „Biologie & Anatomie").

Ernährung als Präsentation

Grundlagen, Tagesbedarf, Giftpflanzen und Vergiftungsverdacht kompakt auf 9 Folien — ideal für Schulbesuche oder als Handout.

Präsentation: Ernährung PDF herunterladen

Futterrechner: Tages-, Monats- und Jahresbedarf

Anzahl der Tiere eingeben — der Rechner ermittelt den gesamten Futterbedarf pro Tag, Monat und Jahr sowie eine grobe Kostenschätzung auf Basis aktueller Marktpreise. Über das PDF-Symbol bei „Ihr Ergebnis" steht zusätzlich ein Formular zum Download bereit, in dem Sie die berechneten Werte eintragen und eigene Notizen festhalten können.

Ihr Ergebnis

Heu
Ballenart:
Menge & Kosten
Menge / Tag
Menge / Woche
Menge / Monat
Menge / Jahr
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
Ø GewichtAlpaka ca. 65 kg · Lama ca. 130 kg
Grundlageca. 5 % des Körpergewichts
Richtwert Alpaka2,5–3,5 kg/Tag
Richtwert Lama5–7 kg/Tag
Kleine HD-Ballen (Ø)244,23 €/Tonne
Rundballen (Ø)129,10 €/Tonne
Quaderballen (Ø)148,95 €/Tonne
Preis (Kalkulation)ca. 0,174 €/kg (Ø aller Ballenarten ≈ 174 €/Tonne)

Bundesdurchschnitt je Ballenart. Über die Ballenart-Auswahl links wird die Kalkulation auf einen bestimmten Ballentyp umgestellt. Stand: 28.07.2026, 08:00 Uhr — wird jeden Tag automatisch aktualisiert.

Stroh (Einstreu)
Ballenart:
Menge & Kosten
Menge / Tag
Menge / Woche
Menge / Monat
Menge / Jahr
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
Ø GewichtAlpaka ca. 65 kg · Lama ca. 130 kg
GrundlageEinstreu im Liege-/Stallbereich (kein Grundfutter)
Richtwert Alpaka1,0–2,0 kg/Tag (geschätzt)
Richtwert Lama2,0–3,5 kg/Tag (geschätzt)
Kleine HD-Ballen (Ø)117,80 €/Tonne
Rundballen (Ø)120,83 €/Tonne
Quaderballen (Ø)129,32 €/Tonne
Preis (Kalkulation)ca. 0,123 €/kg (Ø aller Ballenarten ≈ 123 €/Tonne)

Bundesdurchschnitt je Ballenart. Über die Ballenart-Auswahl links wird die Kalkulation auf einen bestimmten Ballentyp umgestellt. Stand: 28.07.2026, 08:00 Uhr — wird jeden Tag automatisch aktualisiert. Der tatsächliche Bedarf hängt stark vom Einstreu-Management ab (Tiefstreu oder regelmäßiges Ausmisten).

Wasser
Menge & Kosten
Menge / Tag
Menge / Woche
Menge / Monat
Menge / Jahr
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
Ø GewichtAlpaka ca. 65 kg · Lama ca. 130 kg
GrundlageMehr bei Hitze oder Trockenfütterung
Richtwert Alpaka4–6 l/Tag
Richtwert Lama6–10 l/Tag
Preisca. 0,002 €/Liter

Kalkuliert mit üblichem Trinkwasserpreis für Haushalte in Deutschland.

Mineralfutter
Menge & Kosten
Menge / Tag
Menge / Woche
Menge / Monat
Menge / Jahr
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
Ø GewichtAlpaka ca. 65 kg · Lama ca. 130 kg
GrundlageSpezielles Neuweltkameliden-Mineralfutter
Richtwert Alpaka20–75 g/Tag
Richtwert Lama40–150 g/Tag
Preisca. 6,00 €/kg
Salzleckstein
Gebindegröße:
Menge & Kosten
Menge / Tag
Menge / Woche
Menge / Monat
Menge / Jahr
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
Ø GewichtAlpaka ca. 65 kg · Lama ca. 130 kg
GrundlageFrei zugänglich, Verbrauch stark tierabhängig
Richtwert Alpaka5–15 g/Tag (geschätzt)
Richtwert Lama10–25 g/Tag (geschätzt)
1,75-kg-Stein2,99 € (≈ 1,71 €/kg)
2,5-kg-Stein4,99 € (≈ 2,00 €/kg)
10-kg-Stein11,39 € (≈ 1,14 €/kg)
Preis (Kalkulation)ca. 1,61 €/kg (Ø alle Größen)

Tatsächlicher Verbrauch ist stark tierabhängig, hier nur grob geschätzt. Richtpreise recherchiert bei agrarzone.de (Leckstein Bergkristallsalz 1,75 kg & 2,5 kg) und alpakafutter.com (Mineralleckstein 10 kg), jeweils inkl. MwSt., Stand: 23.07.2026. Über die Größen-Auswahl links wird die Kalkulation auf ein bestimmtes Gebinde umgestellt.

Kraftfutter
Menge & Kosten
Menge / Tag
Menge / Woche
Menge / Monat
Menge / Jahr
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
Ø GewichtAlpaka ca. 65 kg · Lama ca. 130 kg
GrundlageNur bei Bedarf (tragend/säugend, Jungtiere)
Richtwert Alpaka150–260 g/Tag
Richtwert Lama300–520 g/Tag
Preisca. 1,90 €/kg Müsli
Rohfaseranteil im Heu
Menge & Kosten
Empfehlungmind. 25–30 %
Kalkulationsgrundlage

Keine Mengenangabe, sondern Qualitätskriterium des Heus — wichtig für eine gesunde Verdauung im Dreikammermagen (siehe „Biologie & Anatomie").

Gesamtkosten pro Monat
Gesamtkosten pro Jahr
Kostenverteilung nach Position (pro Monat)

Summe aus Heu, Stroh, Wasser, Mineralfutter, Salzleckstein und Kraftfutter, jeweils auf Basis des pro Komponente gewählten Modus (Min, Durchschnitt, Max oder eigene Eingabe) sowie — bei Heu und Stroh — der gewählten Ballenart.

Alle Mengen- und Preisangaben sind unverbindliche Richtwerte auf Basis marktüblicher Futterpreise in Deutschland (Stand 2026) und ersetzen keine individuelle Fütterungsberatung. Der Heupreis orientiert sich am aktuellen Bundesdurchschnitt für kleine HD-Ballen auf heupreis.de; die dort gemeldeten Preise schwanken je nach Bundesland und Erntejahr auch für dieselbe Ballenart erheblich. Ein Monat wird vereinfacht mit 30 Tagen, ein Jahr mit 365 Tagen gerechnet; tatsächliche Kosten hängen stark von Region, Anbieter, Futterqualität und individuellem Bedarf der Tiere ab.

Haltungskosten: Tierarzt, Pflege & Vorsorge

Übernimmt automatisch die oben eingegebene Anzahl an Alpakas und Lamas — der Rechner ermittelt die laufenden Tierarzt- und Pflegekosten pro Monat und Jahr und addiert sie am Ende zu den Futterkosten zur Gesamtsumme.

Ihr Ergebnis

Entwurmung & Kotprobe
Häufigkeit:
Kosten
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
GrundlageKotprobe + Wurmkur nach Befund
Häufigkeit1 bis 2× pro Jahr
Richtwert Alpaka40–70 €/Termin
Richtwert Lama55–90 €/Termin

Kotprobe allein ca. 20–30 € je Untersuchung; Wurmkur je nach Befund und Gewicht zusätzlich — Richtwerte nach Erfahrungsberichten von Alpaka-Haltern (u. a. alpakable.ch, abolengo-alpaka.de). Die Jahreskosten ergeben sich aus Kosten pro Termin × gewählter Häufigkeit.

Zahn- & Klauenpflege
Kosten
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
GrundlageKlauenpflege- und Zahnkontrolltermin beim Tierarzt
Häufigkeit1× pro Jahr
Richtwert Alpaka40–70 €/Termin
Richtwert Lama55–95 €/Termin

Viele Halter übernehmen die einfache Klauenpflege zusätzlich selbst zwischen den jährlichen Terminen; die Zahnkontrolle erfolgt meist durch den Tierarzt.

Impfungen & Medikamente
Häufigkeit:
Kosten
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
GrundlageClostridien (Basisimpfung), Tollwut, Blauzungenkrankheit (BTV) & Medikamente je nach Bedarf
Häufigkeit1 bis 2× pro Jahr
Impfstoffca. 10–20 €/Tier je Präparat
Tierarztkostenca. 40–70 €/Termin (inkl. Anfahrt, günstiger im Sammeltermin)
Richtwert Alpaka50–90 €/Termin
Richtwert Lama55–95 €/Termin

Clostridien-Schutzimpfung gilt als von Tierärzten und Zuchtverbänden dringend empfohlene Basisimpfung (siehe „AZVD-Empfehlung"); eine bundesweite gesetzliche Impfpflicht für Neuweltkameliden besteht dafür nicht. Tollwut ist in Deutschland als tollwutfrei geltendem Land nicht vorgeschrieben, kann aber bei Auslandstransport oder Publikumskontakt (z. B. Alpakawandern) sinnvoll sein. Die Impfung gegen Blauzungenkrankheit (BTV) wird wegen anhaltender BTV-3-Ausbrüche aktuell vielerorts empfohlen und ist in mehreren Bundesländern über die Tierseuchenkasse anteilig bezuschusst. Da in Deutschland keine für Alpakas/Lamas zugelassenen Impfstoffe existieren, muss der Tierarzt geeignete Präparate umwidmen. Werden mehrere Impfungen oder Nachkontrollen im selben Jahr fällig, empfiehlt sich die Häufigkeit „2×/Jahr".

Hitzestress-Vorsorge (Schur & Kühlung)
Kosten
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
GrundlageFrühjahrsschur plus anteilige Kühlungsmaßnahmen
Häufigkeit1× pro Jahr
Richtwert Alpaka45–70 €/Termin
Richtwert Lama60–95 €/Termin

Die Schur allein kostet je nach Scherservice meist 40–50 € pro Tier; hinzu kommen anteilige Kosten für Schatten, Wasser und ggf. Beregnung an heißen Tagen.

Sonstiges & Notfallrücklage
Häufigkeit:
Kosten
Kosten / Monat
Kosten / Jahr
Kalkulationsgrundlage
GrundlageRücklage für ungeplante Tierarztbesuche, Verletzungen, Vorsorge-Checks
Häufigkeit1 bis 2× pro Jahr
Richtwert Alpaka30–80 €/Termin
Richtwert Lama40–100 €/Termin

Unverbindliche Pauschale als Sicherheitspuffer — orientiert an Erfahrungswerten mehrerer Alpaka- und Lamahalter; im Ernstfall (Kolik, Verletzung, Geburtshilfe) können Einzelkosten deutlich höher liegen.

Haltungskosten pro Monat
Haltungskosten pro Jahr

Summe aus Entwurmung, Zahn-/Klauenpflege, Impfungen & Medikamenten, Hitzestress-Vorsorge und Sonstigem, jeweils auf Basis des pro Komponente gewählten Modus (Min, Durchschnitt, Max oder eigene Eingabe).

Gesamtkosten Futter + Haltung
Pro Monat
Pro Jahr

Summe aus dem Futterrechner oben und dem Haltungskosten-Rechner — die realistische Gesamtbelastung für Futter, Tierarzt und Pflege zusammen.

Alle Angaben sind unverbindliche Richtwerte für Deutschland (Stand 2026), zusammengestellt aus Erfahrungsberichten von Alpaka- und Lamahaltern sowie Verbandsempfehlungen (u. a. AZVD) und ersetzen keine individuelle tierärztliche oder betriebswirtschaftliche Beratung. Da es in Deutschland keine flächendeckend einheitliche Gebührenordnung für die Behandlung von Neuweltkameliden gibt, schwanken die tatsächlichen Praxiskosten regional und je nach Tierarzt teils erheblich. Ein Monat wird vereinfacht mit 1/12 des Jahresbetrags gerechnet.

TIERGESUNDHEIT

Gesundheit & typische Themen

Die wichtigsten Vorsorgethemen im Überblick — von der Entwurmung über Zahn- und Klauenpflege bis zu Impfungen und Hitzeschutz.

Regelmäßige Entwurmung

Parasitenbefall zählt zu den häufigsten Gesundheitsproblemen und erfordert regelmäßige tierärztliche Kontrolle.

Formular: Regelmäßige Entwurmung PDF herunterladen — Arbeitshilfe zum Ausdrucken Infografik zur regelmäßigen Entwurmung bei Alpakas: Schema des Verdauungstrakts mit möglichen Parasitenstandorten, Hinweise zu tierärztlicher Kontrolle per Kotuntersuchung, regelmäßiger Entwurmung nach Befund sowie Symptomen eines Parasitenbefalls wie Gewichtsverlust, Durchfall und Blutarmut

Wie ein Parasitenbefall entdeckt wird

Ein Parasitenbefall bleibt bei Alpakas und Lamas oft lange unbemerkt, da die Tiere als Fluchttiere Schwäche instinktiv verbergen. Typische Warnzeichen sind schleichender Gewichtsverlust trotz normaler Futteraufnahme, struppiges oder stumpfes Vlies, weicher Kot bis hin zu Durchfall (teils blutig), Appetitlosigkeit, ein aufgekrümmter Rücken sowie bei Jungtieren verzögertes Wachstum. Ein besonders zuverlässiges Warnsignal ist die Farbe der Augenschleimhaut: Wird sie blass bis weißlich statt kräftig rosa, deutet das auf eine Blutarmut (Anämie) hin, wie sie etwa der blutsaugende Rundwurm Haemonchus contortus auslösen kann — in diesem Fall ist umgehend tierärztliche Hilfe nötig. Bei Lungenwürmern zeigen sich stattdessen eher Husten, Atemnot und Nasenausfluss, bei Milben- oder Läusebefall vor allem starkes Scheuern, Wälzen und Juckreiz.

Der eigentliche Nachweis erfolgt jedoch nicht über Symptome, sondern über die Kotuntersuchung im Labor: Mittels Flotations- und Sedimentationsverfahren werden Wurmeier und Oozysten unter dem Mikroskop gezählt (Eier pro Gramm Kot). Für Lungenwürmer ist ein spezielles Larvenauswanderungsverfahren nötig, da hier lebende Larven statt Eier ausgeschieden werden. Wichtig zu wissen: Betroffene Tiere scheiden nicht durchgehend Eier aus, weshalb eine einzelne negative Probe einen Befall nicht sicher ausschließt — bei Verdacht sollte die Untersuchung wiederholt oder eine Sammelkotprobe über mehrere Tage eingeschickt werden.

Was man dagegen tun kann

Die Behandlung richtet sich immer nach dem konkreten Laborbefund: Der Tierarzt wählt je nach nachgewiesenem Parasiten und Wurmzahl einen passenden Wirkstoff (etwa Benzimidazole, Avermectine oder Praziquantel gegen Bandwürmer und den kleinen Leberegel) und berechnet die Dosis exakt nach dem tatsächlichen Körpergewicht des Tieres — eine Unterdosierung begünstigt Resistenzen. Da in Deutschland keine eigens für Alpakas und Lamas zugelassenen Entwurmungsmittel existieren, muss der Tierarzt Präparate aus der Schaf- oder Ziegenhaltung umwidmen. Von einer pauschalen, vorsorglichen Entwurmung der gesamten Herde ohne vorherigen Nachweis wird heute ausdrücklich abgeraten, da unnötige Behandlungen die Resistenzbildung beschleunigen — Fachleute empfehlen stattdessen eine gezielte, befundbasierte Entwurmung („Selektive Entwurmung").

Ebenso wichtig wie die Behandlung selbst ist die Vorbeugung: regelmäßige Sammelkotproben der Herde (mindestens einmal, besser mehrmals jährlich), eine strikte Quarantäne mit Kotuntersuchung für jedes neu zugekaufte Tier, trockene und saubere Lagerung von Futter und Einstreu, regelmäßiges Räumen der von Alpakas und Lamas bevorzugten gemeinsamen Kotplätze sowie ein durchdachtes Weidemanagement mit Weidewechsel, das den Infektionsdruck auf der Fläche senkt. Besonders gefährdet sind Jungtiere, tragende oder säugende Stuten sowie geschwächte und ältere Tiere — bei ihnen lohnt sich eine engmaschigere Kontrolle von Gewicht und Allgemeinzustand.

Zahn- und Klauenpflege

Anders als viele andere Weidetiere haben Alpakas und Lamas im Oberkiefer keine Schneidezähne, sondern eine harte Kauplatte (Zahnpad), gegen die die unteren Schneidezähne beim Abrupfen von Gras arbeiten. Da diese Zähne offenwurzelig sind und lebenslang nachwachsen und auch die weichen, zweizehigen Füße mit ihren Ballenpolstern sich nicht von selbst abnutzen wie ein Huf, gehört die regelmäßige Kontrolle beider Bereiche zur Grundpflege.

Infografik zur Zahn- und Klauenpflege bei Alpakas und Lamas: beschriftete Darstellung von Kauplatte (Zahnpad), unteren Schneidezähnen und Kampfzähnen sowie der weichen zweizehigen Füße mit Ballenzonen (Polster)

Zahnaufbau und Kontrolle

Beim Grasen drücken die unteren Schneidezähne gegen die feste Kauplatte im Oberkiefer, seitlich übernehmen Backenzähne das Zerkleinern der Nahrung. Da die Schneidezähne kontinuierlich nachwachsen, können sie bei falscher Abnutzung, ungleichmäßigem Biss oder mit zunehmendem Alter zu lang werden, schief wachsen oder in die Kauplatte einwachsen — was die Futteraufnahme erschwert und zu Gewichtsverlust führen kann. Eine jährliche Kontrolle durch den Tierarzt erkennt solche Fehlstellungen frühzeitig; bei Bedarf werden die Schneidezähne mit einer speziellen Zahnschere oder Feile gekürzt.

Kampfzähne bei erwachsenen Hengsten

Männliche Tiere entwickeln ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr zusätzlich scharfe, gebogene Kampfzähne (Eckzähne), die ursprünglich der Klärung der Rangordnung dienten. In Herdenhaltung führen sie bei Rangeleien häufig zu Bissverletzungen an Ohren, Beinen und Genitalien — sowohl bei Rivalen als auch bei Stuten während des Deckakts. Deshalb werden Kampfzähne bei den meisten in der Herde gehaltenen Hengsten vom Tierarzt regelmäßig gekürzt, meist im Rahmen der jährlichen Kontrolle. Ein vollständiges Ziehen wird vermieden, da dies die Zahnwurzel und den Kiefer unnötig belasten würde.

Klauenpflege: Rhythmus und Vorgehen

Alpakas und Lamas haben, dem Kamel ähnlich, weiche, zweizehige Füße mit Ballenpolstern und harten Zehennägeln statt eines geschlossenen Hufs. Je nach Untergrund — harter, steiniger Boden nutzt die Nägel stärker ab als weiche Weide — und individuellem Wachstum sollten die Nägel etwa alle sechs bis zwölf Wochen kontrolliert und bei Bedarf mit einer speziellen Klauenschere gekürzt werden. Zu lange Nägel führen zu Fehlbelastung, verändertem Gangbild und langfristig zu Schmerzen, Lahmheiten oder Gelenkproblemen.

Anzeichen für Handlungsbedarf

Auf zahnbedingte Probleme deuten schleichender Gewichtsverlust trotz normaler Futteraufnahme, herausfallende Futterreste beim Kauen, vermehrtes Speicheln oder eine sichtbar veränderte Kieferstellung hin. Bei den Füßen sind ungleichmäßiger Gang, Schonhaltung, sichtbar überlange oder eingerollte Nägel sowie Berührungsempfindlichkeit typische Warnzeichen. In beiden Fällen sollte zeitnah der Tierarzt oder eine erfahrene Fachkraft hinzugezogen werden.

Ablauf und praktische Tipps

Sowohl Zahn- als auch Klauenkontrolle sollten in ruhiger Umgebung stattfinden, idealerweise von erfahrenen Personen durchgeführt und bei Bedarf mit einer sanften Fixierung des Tieres begleitet werden, um Stress für Mensch und Tier gering zu halten. Viele Halter kombinieren beide Maßnahmen mit dem ohnehin jährlich anstehenden Tierarztbesuch für Impfungen, sodass das Tier nur einmal ruhiggestellt werden muss.

Impfungen & Medikamente

Clostridien gilt als Basisimpfung; je nach Region und Situation kommen Tollwut, Blauzungenkrankheit (BTV) oder weitere Medikamente hinzu.

Formular: Impfungen & Medikamente PDF herunterladen — Arbeitshilfe zum Ausdrucken Infografik zu Impfungen und Medikamenten bei Alpakas und Lamas: Basisimpfung gegen Clostridien sowie situationsabhängige Impfungen gegen Tollwut und Blauzungenkrankheit (BTV), außerdem Hinweis auf weitere Medikamente je nach Region und Haltungsbedingungen

Clostridien: die unverzichtbare Basisimpfung

Clostridien sind weit verbreitete Bakterien, die im Boden, in der Einstreu und im Darm gesunder Tiere vorkommen, unter bestimmten Bedingungen aber lebensbedrohliche Toxine bilden — etwa bei Wundinfektionen (Tetanus, Wundstarrkrampf) oder nach plötzlichen Futterumstellungen und Fütterungsfehlern (Enterotoxämie, umgangssprachlich auch „Gasbrand" im weiteren Sinne genannt). Da eine Erkrankung meist perakut verläuft und häufig ohne Vorwarnung zum Tod führt, gilt die Clostridien-Impfung branchenweit als Pflicht- bzw. Basisimpfung für Alpakas und Lamas — unabhängig von Region oder Haltungsform. Üblich ist eine Grundimmunisierung mit zwei Injektionen im Abstand von etwa vier bis sechs Wochen, gefolgt von einer jährlichen Auffrischung.

Tollwut: regional unterschiedlich empfohlen

Die Tollwutimpfung schützt vor einer der Virusinfektionen, die nahezu ausnahmslos tödlich verläuft und zudem auf den Menschen übertragbar ist (Zoonose). In Deutschland gilt Tollwut bei Nutztieren als weitgehend getilgt, weshalb die Impfung meist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine risikobasierte Empfehlung ist — etwa bei Kontakt zu Wildtieren, bei Auslandsreisen, Ausstellungen oder Zuchtverleih sowie in Regionen mit erhöhtem Tollwutvorkommen bei Wildtieren (z. B. Fledermäusen). Der Tierarzt vor Ort kann anhand der regionalen Situation und der individuellen Haltungsbedingungen einschätzen, ob eine Impfung sinnvoll ist.

Blauzungenkrankheit (BTV)

Die Blauzungenkrankheit wird durch Gnitzen (kleine Stechmücken) übertragen und kann bei Wiederkäuern und Neuweltkameliden zu Fieber, Entzündungen der Schleimhäute sowie in schwereren Fällen zu Leistungseinbußen und Fruchtbarkeitsstörungen führen. Da sich das Verbreitungsgebiet der Blauzungenkrankheit in den letzten Jahren durch mildere Winter und den Klimawandel in Europa ausgeweitet hat, wird die BTV-Impfung inzwischen in vielen Regionen Deutschlands empfohlen oder ist je nach aktueller Seuchenlage und Bundesland zeitweise sogar vorgeschrieben. Da sich die Empfehlungen und Verordnungen laufend an die aktuelle Tierseuchenlage anpassen, sollte die Entscheidung stets gemeinsam mit dem betreuenden Tierarzt getroffen werden.

Weitere Medikamente je nach Situation

Über die genannten Basis- und Situationsimpfungen hinaus können je nach Region, Weidebedingungen und individueller Krankengeschichte weitere Maßnahmen hinzukommen — etwa eine gezielte Selen- und Vitamin-E-Gabe in selenarmen Böden, Vitamin-D-Gaben bei Tieren mit wenig Sonnenlichtexposition oder eine befundbasierte Entwurmung (siehe „Regelmäßige Entwurmung" in dieser Übersicht). Da Alpakas und Lamas in Deutschland als sogenannte „kleine Tierart" gelten, sind viele Medikamente nicht offiziell für sie zugelassen; der Tierarzt muss sie im Rahmen der Umwidmung sorgfältig dosieren und dokumentieren. Eine enge Abstimmung mit einer auf Neuweltkameliden spezialisierten tierärztlichen Praxis ist daher besonders wertvoll.

Kosten im Überblick

Für Impfstoff und tierärztliche Behandlung sollten Halter je nach Umfang und Region mit etwa 50 bis 90 € pro Tier und Termin rechnen, wobei die Clostridien-Impfung meist ein- bis zweimal jährlich ansteht. Eine genaue Kalkulation für die eigene Herde — inklusive Anpassung an eigene Erfahrungswerte — bietet der Haltungskosten-Rechner weiter unten auf dieser Seite.

Hitzestress

Da Alpakas und Lamas ursprünglich aus kühlen Höhenlagen stammen, brauchen sie im Sommer unbedingt Schatten und gegebenenfalls Abkühlung.

Infografik zu Hitzestress bei Alpakas: Gegenüberstellung eines Tieres in praller Sonne mit Symptomen wie erhöhter Atemfrequenz, verminderter Futteraufnahme und Leistungsabfall sowie eines Tieres im Schatten mit Hinweisen zu Schattenspendern, frischem Wasser und gut belüfteten Flächen zur Regulierung der Körpertemperatur

Herkunft aus den Anden: an Kühle angepasst, nicht an Hitze

Die Vorfahren von Alpaka und Lama stammen aus dem Hochland der Anden auf 3.500 bis 5.000 Metern Höhe, wo es tagsüber mild bis kühl und nachts oft frostig ist. Ihr dichtes, isolierendes Vlies schützt hervorragend vor Kälte und starker UV-Strahlung in der dünnen Höhenluft, erschwert aber gleichzeitig die Abgabe von Körperwärme. Hinzu kommt, dass beide Arten nur wenige, vor allem im Bauch- und Leistenbereich konzentrierte Schweißdrüsen besitzen und Wärme daher überwiegend über schnelleres Atmen statt über Schwitzen abgeben — ein Mechanismus, der in den kühlen, trockenen Anden ausreicht, in einem mitteleuropäischen Sommer mit Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit aber schnell an seine Grenzen stößt.

Der Wohlfühlbereich: welche Temperaturen vertragen Alpakas und Lamas gut?

Als grober Richtwert gilt für unbeschorene Alpakas und Lamas ein Wohlfühlbereich von etwa 5 bis 20 °C. Kälte vertragen beide Arten dank ihres dichten Vlieses erstaunlich gut — bei trockener Witterung und Schutz vor Wind und Nässe sind auch Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt (bis etwa −20 °C) in der Regel unproblematisch. Kritisch wird es hingegen bei Wärme: Ab etwa 25 °C steigt das Risiko für Hitzestress spürbar an, insbesondere in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit (über etwa 50 bis 70 %), praller Sonne und fehlendem Wind. Oberhalb von rund 30 °C, vor allem bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit, besteht ohne Schatten, frisches Wasser und gute Luftzirkulation ein deutlich erhöhtes Risiko für ernsthafte gesundheitliche Probleme. Frisch geschorene Tiere kommen mit sommerlicher Wärme naturgemäß besser zurecht als unbeschorene, und dunkel gefärbtes Vlies erwärmt sich in der Sonne stärker als helles.

Wer besonders gefährdet ist

Nicht alle Tiere sind gleichermaßen gefährdet: Ein besonders hohes Risiko für Hitzestress tragen unbeschorene und übergewichtige Tiere, tragende oder säugende Stuten, sehr junge und alte Tiere sowie Tiere mit dunklem oder besonders dichtem Vlies. Auch Herdenmitglieder, die sich krankheitsbedingt schlechter bewegen oder dem Schatten ausweichen können, brauchen an heißen Tagen besondere Aufmerksamkeit.

Warnzeichen, auf die Halter achten sollten

Erste Anzeichen für Hitzestress sind eine deutlich erhöhte Atemfrequenz bis hin zu offensichtlichem Hecheln, verminderte Futteraufnahme, auffällige Antriebslosigkeit und ein sichtbarer Leistungsabfall. Im weiteren Verlauf können Tiere vermehrt speicheln, sich flach mit ausgestreckten Beinen hinlegen oder gezielt Wasserstellen und Schatten aufsuchen. Bleiben diese Signale unbeachtet, drohen im Extremfall Kreislaufprobleme bis hin zum Hitzschlag — hier ist umgehendes Handeln und gegebenenfalls tierärztliche Hilfe gefragt.

Schatten, Wasser und weitere Kühlungsmaßnahmen

Die wichtigste Vorsorge ist ganztägig zugänglicher Schatten — sei es durch Bäume, einen offenen Unterstand oder ein Sonnensegel — kombiniert mit guter Luftzirkulation, damit warme, stehende Luft nicht in geschlossenen Ställen verbleibt. Frisches, jederzeit verfügbares Wasser ist an heißen Tagen unverzichtbar, ebenso wie die Möglichkeit zur aktiven Abkühlung, etwa durch das Benetzen von Bauch und Beinen mit kühlem Wasser (nicht eiskalt, um einen Kälteschock zu vermeiden) oder eine Suhle. Anstrengende Aktivitäten wie Transport, Schur oder Training sollten an heißen Tagen möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, und die jährliche Schur vor Beginn der warmen Jahreszeit erleichtert vielen Tieren den Sommer erheblich.

BUDGETPLANUNG

Budgetplanung

Was die Anschaffung wirklich kostet — als Richtwert für die eigene Planung. Die tatsächlichen Preise hängen stark von Zuchtqualität, Geschlecht und Ausbildung des Tieres ab und variieren regional.

Alpaka — Anschaffungspreis

Hobby- & Freizeittier (meist kastrierter Wallach)500–1.500 €
Weibliches Tier / Zuchtstute2.500–5.000 €
Hochwertiges Zucht- oder Showtier5.000–10.000 €

Gesamtspanne am Markt: etwa 500 bis 8.000 €, in Einzelfällen bei besonders seltenen Tieren auch mehr.

Infografik zum Alpaka-Anschaffungspreis: wichtige Einflussfaktoren auf den Kaufpreis — Herkunft (Ursprungsland und Zuchtregion), Fasertyp (Huacaya wollig-dicht vs. Suri seidig-lang), Alter und Geschlecht sowie Zuchtstandard (Qualität der Zucht, Genetik, Gesundheitsmanagement und Dokumentation)

Anschaffungsrechner

Tierart
Kalkulationsmodus
Preis pro Tier (Richtwert)
Geschätzte Gesamtkosten

Richtwerte auf Basis recherchierter Marktpreise (siehe Preistabelle oben) — der tatsächliche Preis hängt von Zuchtqualität, Geschlecht und individueller Vereinbarung mit dem Züchter ab.

Lama — Anschaffungspreis

Hobby- & Freizeittier1.000–3.000 €
Ausgebildetes Tier (z. B. für Wanderungen)3.000–6.000 €
Hochwertiges Zuchttier5.000–10.000 €

Der Preis hängt zusätzlich von Herkunft, Charakter und der Faserart des Tieres ab — Tierschutz-Vermittlungen bieten mitunter deutlich günstigere Alternativen.

Infografik zum Lama-Anschaffungspreis: wichtige Einflussfaktoren auf den Kaufpreis — Herkunft (Herkunft und regionale Besonderheiten), Zuchtstandard (Zuchtqualität, Abstammung, Zuchtbuch, Gesundheitsstatus), Alter und Geschlecht sowie Verwendungszweck (Zucht, Wolle, Begleittier, Therapie, Freizeit, Ausbildung oder Verkauf)

Anschaffungsrechner

Tierart
Kalkulationsmodus
Preis pro Tier (Richtwert)
Geschätzte Gesamtkosten

Richtwerte auf Basis recherchierter Marktpreise (siehe Preistabelle oben) — der tatsächliche Preis hängt von Herkunft, Charakter und individueller Vereinbarung mit dem Züchter ab.

Laufende Kosten

Futter, Weidepflege, Tierarzt, Schur und Versicherung fallen kontinuierlich an und sollten realistisch eingeplant werden, bevor die Tiere einziehen. Der Futterrechner weiter oben deckt Heu, Stroh, Wasser, Mineralfutter, Salzleckstein und Kraftfutter ab; der Haltungskosten-Rechner ergänzt Entwurmung, Zahn- und Klauenpflege, Impfungen, Hitzestress-Vorsorge sowie eine Rücklage für Sonstiges. Beide Rechner passen sich automatisch an die eingegebene Anzahl an Alpakas und Lamas sowie den gewählten Kalkulationsmodus (Minimum, Durchschnitt, Maximum oder eigene Eingabe) an — die aktuellen Ergebnisse werden hier direkt übernommen:

Futterkosten / Monat
Futterkosten / Jahr
Haltungskosten / Monat
Haltungskosten / Jahr
Laufende Kosten gesamt / Monat
Laufende Kosten gesamt / Jahr

Diese Übersicht aktualisiert sich automatisch, sobald oben im Futterrechner oder Haltungskosten-Rechner Werte geändert werden. Weidepflege, Schur und Versicherung sind hier noch nicht enthalten und sollten individuell ergänzt werden.

Einmalige Investitionen

Zaun, Unterstand und Erstausstattung (Halfter, Transportbox, Näpfe) sind zu Beginn die größten Posten — hier lohnt sich eine sorgfältige Planung vor der Anschaffung der Tiere. Als Zaunlösung hat sich bei vielen Haltern ein Wildzaun (Knotengeflecht) bewährt: ein robustes, verzinktes Drahtgeflecht in ca. 1,2–1,5 m Höhe, das ohne Strom auskommt und dem dichten Vlies der Tiere standhält — dazu kommen Krampen, Spanndraht und Kleinteile zur Befestigung. Zaunlänge und Holzpfähle-Anzahl übernehmen wir direkt aus dem Platzrechner weiter oben. Auch beim Unterstand gibt es eine Wahl: ein fester Bausatz ist meist günstiger, ein mobiler Unterstand lässt sich dagegen zur Weidepflege verschieben und schont die Grasnarbe, kostet in größeren, vollmobilen Ausführungen aber deutlich mehr — wird eine der beiden Varianten nicht benötigt, lässt sie sich unten auf „Ohne" stellen. Ergänzt wird die Erstausstattung durch Halfter und Führstrick pro Tier, eine Transportmöglichkeit, Weidedünger sowie Wasser- und Futternäpfe.

Für jede Position unten zwischen Min, Ø Durchschnitt oder Max wählen — oder einen eigenen Wert eingeben. Bei optionalen Positionen steht zusätzlich „Ohne" zur Verfügung, um sie aus der Summe auszuschließen. Einzelpreis × Menge ergibt den Gesamtpreis je Position.

Wildzaun / Knotengeflecht
Material · ca. 0,73–2,45 €/m
Einzelpreis / m
Gesamt
Zaunpfähle / Holzpfähle
Rundholz, imprägniert · ca. 5,00–10,00 €/Stück
Einzelpreis / Stück
Gesamt
Zaun-Zubehör
Krampen, Spanndraht · ca. 0,20–0,50 €/m (ohne Tor/Werkzeug)
Einzelpreis / m
Gesamt
Unterstand, fest
Bausatz · ca. 2.750,00–3.950,00 €
Preis
Unterstand, mobil
ca. 2.450,00–8.500,00 € · meist nur fest ODER mobil nötig
Preis
Halfter & Führstrick
pro Tier · ca. 15,00–40,00 €
Einzelpreis / Tier
Gesamt
Transportbox / Anhänger
gebraucht · ca. 1.500,00–3.500,00 €
Preis
Dünger für die Weide
ca. 1,28–1,86 €/kg · Menge aus Weidefläche
Einzelpreis / kg
Gesamt
Wassernapf & Fressnapf
pro Stück · ca. 10,00–40,00 €
Einzelpreis / Stück
Gesamt

Recherchierte Spannen im Überblick: Zaunmaterial 0,73–2,45 €/m · Holzpfähle 5,00–10,00 €/Stück · Zaun-Zubehör 0,20–0,50 €/m · Unterstand fest 2.750,00–3.950,00 € · Unterstand mobil 2.450,00–8.500,00 € · Halfter & Führstrick 15,00–40,00 €/Tier · Anhänger 1.500,00–3.500,00 € · Dünger 1,28–1,86 €/kg (Ansatz ca. 350–400 kg/ha/Jahr) · Napf/Trog 10,00–40,00 €/Stück. Zaunlänge, Holzpfähle-Anzahl und Weidefläche kommen automatisch aus dem Platzrechner.

Deine aktuelle Berechnung

Alpaka-Anschaffung (aus Anschaffungsrechner oben)
Lama-Anschaffung (aus Anschaffungsrechner oben)

Alle Positionen oben (Zaun, Unterstand, Erstausstattung) plus die „Geschätzten Gesamtkosten" aus den beiden Anschaffungsrechnern ergeben die Gesamtsumme unten.

Einmalige Investitionen gesamt
davon Anschaffung der Tiere
Kostenverteilung Erstausstattung

Anteile auf Basis der Berechnung oben — inklusive Alpaka- und Lama-Anschaffung. Ändern sich Tierzahl, Zaunlänge oder Kalkulationsmodus in den Rechnern weiter oben, passen sich Summe und Grafik automatisch an.

Richtwerte für Deutschland (Stand: 23.07.2026), recherchiert bei gängigen Anbietern für Weidezaun-, Wildzaun-, Stall- und Reitsportbedarf sowie Weidepflege (u. a. weidezaun.info, aquagart.de, natur-pro-kastanie-shop.de, stallshop24.de, aforst.com, siepmann.net, stroeh.de, alpaka-oase.de, DeineTierwelt) — die tatsächlichen Kosten hängen stark von Grundstück, gewünschter Ausstattung und Region ab.